Moosburger Zeitung
15.11.2008 |
Entscheidung nicht auf später verschieben
Hermann Wolf informiert bei Seniorenbeirat über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht |
|
M o o s b u r g. Offenbar
einen Nerv getroffen hat der Seniorenbeirat mit seiner
Informationsveranstaltung zum Thema "Patientenverfügung und
Vorsorgevollmacht", denn kurz vor Veranstaltungsbeginn strömten am
Donnerstagnachmittag ganze Scharen von Interessierten in die
Mehrzweckhalle. Ihnen allen legte Hermann Wolf vor allem eines ans
Herz: "Schieben Sie die Erstellung von Vollmachten und Verfügungen
nicht auf später. Sie können nichts falsch machen - falsch
ist, wenn Sie nichts machen."
Spätestens beim Eintritt ins "dritte Lebensalter" stellt man sich
Fragen wie "Was wird, wenn ich auf Hilfe anderer angewiesen bin?", "Wer
handelt und entscheidet für mich?", "Wird dann mein Wille auch
beachtet?", "Wer kümmert sich um meine persönlichen
Wünsche und Bedürfnisse?". Wenn man selber nicht mehr kann,
muss trotzdem Vermögen verwaltet, müssen
Behördengänge erledigt, Hilfen organisiert werden, muss bei
Operationen und medizinischen Maßnahmen entschieden werden. Wer
nun glaubt, das würden automatisch Ehepartner oder Kinder
erledigen, der irrt: Sie können nur aufgrund einer
rechtsgeschäftlichen Vollmacht oder als gerichtlich bestellter
Betreuer handeln.
Hermann Wolf stellte als erstes die Patientenverfügung vor. Sie
wird wirksam, wenn ein Mensch auf Grund einer Erkrankung seinen Willen
nicht mehr selbst bilden oder verständlich äußern kann.
Rechtlich verbindlich ist die Patientenverfügung für einen
Arzt, wenn der Wille des Patienten eindeutig und sicher festgestellt
werden kann und wenn keine Anhaltspunkte für eine
nachträgliche Willensänderung erkennbar sind.
Man kann die Patientenverfügung handschriftlich schreiben, mit
Maschine schreiben oder ein vorgedrucktes Formular ausfüllen. Sie
muss nicht notariell beurkundet werden - und sie kann jederzeit
widerrufen oder geändert werden. Die Verfügung dient nicht
nur dazu, bestimmte Behandlungen bindend zu verbieten, sie kann auch
Behandlungswünsche für bestimmte Krankheiten festlegen.
Deshalb empfiehlt es sich, die einzelnen Verfügungspunkte mit dem
Hausarzt zu besprechen. Wichtig ist auch, die Patientenverfügung
alle ein bis zwei Jahre zu überprüfen und dies mit Datum und
Unterschrift zu bestätigen.
Zweites großes Thema von Hermann Wolf war die Vollmacht
(Vorsorgevollmacht). Damit bestimmt man eine Person, der man vertraut
und der man zutraut, dass sie den Willen des Vollmachtgebers auch
durchsetzt. Auch Ehepartner und Kinder benötigen diese Vollmacht
sonst bestellt nämlich das Vormundschaftsgericht einen Betreuer.
Eine Vollmacht ist ab sofort wirksam, sie ermächtigt zur
Vertretung in allen allgemeinen Angelegenheiten. Ausnahme sind
ärztliche Behandlungen oder Eingriffe, bei denen Lebensgefahr
besteht oder bei der schwere Gesundheitsschäden zu erwarten sind.
Nicht abgedeckt von der Vollmacht ist auch die Frage, ob
lebensverlängernde Maßnahmen zu unterlassen oder zu beenden
sind, wenn der Bevollmächtigte und der behandelnde Arzt sich
über den Willen des Patienten nicht einig werden.
Zu den Ausnahmen, die nicht von der Vollmacht abgedeckt werden
können, gehört auch, ob jemand in einer geschlossenen
Abteilung untergebracht werden darf, gehört die Einwilligung zu
einer Organspende, gehören Immobiliengeschäfte oder eine
Aufnahme von Darlehen. Hier schaltet sich stets das
Vormundschaftsgericht ein.
Beim Abfassen einer Vollmacht muss man beachten, dass sie keine
Bedingungen enthalten darf, dass ein vorgedrucktes Formular komplett
ausgefüllt wird und dass spezielle Weisungen für den
Bevollmächtigten stets auf einem eigenen Blatt festgehalten
werden. Es könne mehrere Vollmachten für verschiedene
Personen ausgestellt werden,
Dann widmete sich der Referent der Betreuungsverfügung, die immer
dann empfohlen wird, wenn man niemanden hat, dem man eine Vollmacht
anvertrauen will - oder wenn man festlegen will, wen das Gericht nicht
als Betreuer aussuchen soll. Über Konto- und Depotvollmacht
schließlich sollte man mit seiner Bank sprechen, denn ein
"gemeinsames Konto" reicht nicht
aus. -ka
|
Moosburger Zeitung
10.10.2008 |
"Hochzeit" als Montagehöhepunkt
Interessante Fahrt des Seniorenbeirates zu BMW Dingolfing |
|
Moosburg. Der
Seniorenbeirat besichtigte am Dienstag das BMW Werk in Dingolfing,
einen Automobilstandort mit Tradition. Dort, wo in den Jahren des
deutschen Wirtschaftswunders noch Glas-Automobile entstanden, steht
heute das größte Produktionswerk der BMW Group. 20000
Beschäftigte finden hier Arbeit und fertigen pro Arbeitstag 1200
Automobile.
Ein Film zeigte die traditionsreiche Geschichte von den Flugmotoren,
Eisenbahnbremsen, Motoren und Motorrädern bis zur
Automobilproduktion. Nach dem Kauf und Verkauf der Rover Group gingen
im Jahr 2001 der neue Mini und später der neu entwickelte
Rolls-Royce in Serie. Die Senioren wurden durch die Werkhallen
geführt, wo man ihnen die Entstehung der Fahrzeuge zeigte: Im
Presswerk werden die Karosserieteile aus verzinktem Stahlblech oder
Aluminium gepresst. Im Karosseriebau werden die Teile
zusammengefügt und in der Lackiererei erhalten sie ihr
individuelles Aussehen. Alles geschieht am Fließband und fast
ausschließlich mit Robotern. In der Montage arbeiten Menschen eng
mit High-Tech-Anlagen zusammen. Die Karosserien werden mit
individuellen Teilen ausgestattet.
Der Höhepunkt der Montage ist die sogenannte "Hochzeit". Hier
werden Antriebsstrang, bestehend aus Motor, Getriebe und Fahrwerk mit
der Karosserie vereint. In der Endmontage wird das Fahrzeug erstmals
auf Räder gestellt. Nach dem Finish hat das Fahrzeug die
umfangreichen Qualitäts- und Funktionstests bestanden. Moderne
Lagerhaltungssysteme sorgen für eine schnelle Abwicklung bei
Auslieferung der Fahrzeuge sowie von Teilen und Zubehör.
Letzte Station war die Kantine des Werkes. Dort nutzte
Seniorenbeiratsvorsitzender Josef Wiesheu die Gelegenheit, sich
für die interessante Führung zu bedanken. Beeindruckt traten
die Senioren die Heimreise an.
|
Freisnger Tagblatt
4.9.2008 |
Patienverfügung heiß diskutiert
Informationsstand auf der Herbstschau soll Nachfrage abdecken |
|
Moosburg - Die Themen "Vorsorgevollmacht" und
"Patientenverfügung" sind nach wie vor die am meisten
nachgefragten Informationsangebote des Seniorenbeirats der Stadt
Moosburg. Vorsitzender Josef Wiesheu berichtete in der jüngsten
Sitzung, dass auch während der Herbstschau am 14. September,
wieder ein Informationsstand im Eingangsbereich aufgebaut wird. Bei der
vergangenen Herbstschau seien allein zu diesem Themenkreis über
100 Informationsblätter und Formulare ausgegeben worden. Eine
Veranstaltung sei mit 300 Gästen ausgezeichnet besucht worden.
Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen gibt es dazu eine erneute
Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle: am 13. November um 14
Uhr. Es ist, stellte Wiesheu klar, eins der zentralen Themen für
den Personenkreis, um den es dem Seniorenbeirat geht. Das wolle man
abdecken, betonte der Vorsitzende: "Seit fünf Jahren besteht der
Seniorenbeirat, und seit fünf Jahren befassen wir uns
damit." kk
|
Freisinger Tagblatt
3.9.2008 |
Ältere Bürger wollen längere Buslinie und einen sicheren Übergang |
|
Moosburg - Mehr Sicherheit für ältere Menschen auf
öffentlichen Wegen - das ist das erklärte Ziel des
Seniorenbeirats Moosburg. Am Montag listete Gerhard Dörschmidt
eine ganze Reihe von Mängeln auf, wobei die Stadt schon einige
behoben habe.
Laut Dörschmidt sind die Wege am "Himmelblauen See" für
Senioren teilweise ungeeignet: Brückengeländer fehlen, sind
oft nur auf einer Seite vorhanden oder zu kurz. Zwar sei die Stadt hier
schon aktiv geworden, aber noch ist es nicht optimal.
Regelrechte Stolperfallen haben sich laut Dörschmidt am
Statzenbach aufgetan. Hier sind Pflastersteine regelrechte
Stolpersteine gewesen. Nachdem der Seniorenbeirat dies bei der Stadt
moniert hatte, hat sich diese dem Problem angenommen.
Noch keinen sichtbaren Fortschritt gibt es hingegen bei den
Bemühungen, die Stadtbuslinien zu verlängern. Gewisse Teile
der Stadt seien nicht oder zu schlecht erschlossen, so die Rüge
der Seniorenvertretung. Referentin Karin Linz berichtete, dass das in
der Tat sehr zäh laufe. Im Januar 2009 soll das Thema erneut auf
den Tisch des Stadtrates kommen, denn dieser müsse auch die
zusätzlichen Mittel genehmigen. Ein ortsansässiges
Busunternehmen sei noch mit der Streckenberechnung
beschäftigt, erklärte die Stadträtin.
Doch das Thema Stadtbus hängt auch noch ein wenig an der Frage
nach der künftigen Haltestelle am Stadtplatz. Das Hickhack um die
Querungshilfe am,Stadtplatz ist ebenfalls noch nicht ausgestanden.
Für den Seniorenbeirat wird das ganze zunehmend zu einem Argernis,
und Vorsitzender Josef Wiesheu kündigte, wie auch Karin Linz, an,
an dem Thema dran zu bleiben. "Die hoffen wohl, dass das irgendwann
einschläft", mutmaßte die Stadträtin, die aber deutlich
machte, dass man es so weit nicht kommen lassen werde. Sie favorisierte
als Bus-Haltepunkt den Standort an der Sparkasse.
Ubrigens: Wer mehr über die Arbeit des Seniorenbeirats erfahren
möchte, kann sich im Internet unter www.seniorenbeirat-moosburg.de
informieren und Kontakte knüpfen. kk
|
Moosburger Zeitung
3.9.2008 |
Zu wenig Sicherheit am Himmelblauen See
Seniorenbeirat moniert fehlenden Schutz an Brücken - Zahlreiche Aktionen geplant |
|
Moosburg. Einen Rückblick
über die vergangenen Quartale und einen Ausblick auf das kommende
Quartal gab der Seniorenbeirat am Montagnachmittag. "Die monatlichen
Sprechstunden, jeweils am ersten Montag im Monat, wurden
planmäßig abgehalten", referierte Vorsitzender Josef
Wiesheu. Ein besonderes Anliegen der Besucher sei das Thema
"Patientenverfügung - Vorsorgevollmacht -
Betreuungsverfügung". Seit fünf Jahren bestehe der
Seniorenbeirat. Seither stelle man kostenfrei Formulare zur
Verfügung und berate die Gäste.
"Besucher melden uns auch Mängel, die sie in der Stadt bemerken",
sagte Wiesheu. Niedrigere Gehsteige, weitere Stadtbushaltestellen und
Querungshilfen seien wünschenswert. In den beiden Seniorenheimen
der Stadt werden Spielrunden abgehalten, die sehr gut angenommen
werden. "Das Gleiche gilt für den Seniorentanz", meinte Wiesheu.
Besonderes Interesse zeigten hierbei Frauen. Männer forderte er
dazu auf, ebenfalls an den vergnüglichen Veranstaltungen
teilzunehmen. Mit der Veranstaltung "Senioren im Internet" habe man
ebenfalls ein sehr gut genutztes Angebot.
Besondere Bereicherungen im ersten Quartal haben die Besichtigung des
Heimatmuseums mit 70 Besuchern unter der Leitung von Bernhard Kerscher
sowie die Gründung der Senioren-Hobbyzeichner-Gruppe im
Heimatmuseum unter der Leitung von Siegfried Stäuble dargestellt.
Im April hatte Josef Wiesheu einen Vortrag beim Kreiskatholikenrat in
Freising zum Thema "Jeder will alt werden - niemand will alt sein"
gehalten. Vom 25. bis zum 27. April besuchte man die Partnerstadt
Moosburg in Kärnten. Für den reibungslosen Ablauf der Fahrt,
an der 50 Senioren teilnahmen, zeichnete Erich Böck
verantwortlich. Auch berichtete Wiesheu von einer Spende über 250
Euro an das SOS-Kinderdorf. Im Juni fand ein Vortrag im
Torbräustüberl zum Thema "Psychische Gesundheit im Alter"
statt.
Im dritten Quartal wanderten 50 Personen zum Agrarmuseum.
Außerdem wird der Seniorenbeirat vom 13. bis zum 21. September
während der Herbstschau einen Informations- und Beratungsstand am
Eingang der Mehrzweckhalle aufstellen. Steuertipps für Senioren,
Demenz oder ein Kostenvergleich für die Pflegestufe II werden dort
unter vielen anderen Themen angesprochen. Am Sonntag, 14. September,
findet eine Themeninformation zum "Tauschnetz" in Moosburg am Stand des
Seniorenbeirats statt.
Auch für das vierte Quartal haben sich die Senioren wieder ein
umfangreiches Programm überlegt. Neben regelmäßigen
Treffen stehen außerdem noch 26 Termine auf im
Veranstaltungskalender. Die Beiratsmitglieder informierten über
die Bereiche, in denen sie sich besonders engagieren. Hermann Wolf
berichtete über das Programm "Senioren und Internet". Jeden ersten
Mittwoch im Monat finden Informations- und Beratungssprechstunden im
Elisabethenheim statt. Außerdem werde ein Gemeinschaftsprojekt
mit dem Bürgernetz Weihenstephan durchgeführt: der
Internetkindergarten für Erwachsene und Senioren. Jeden dritten
Montag im Monat findet dieser (nur mit fester Anmeldung) statt. Zudem
verwies Wolf auf die Internetseite des Seniorenbeirats,
www.seniorenbei-ratmoosburg.de. Christine Hübner und Wilhelm
Berger erzählten von den Spielerunden in den Seniorenheimen. Im
Seniorenzentrum an der Stadtwaldstraße werde hauptsächlich
"gekartelt", während im AWO Seniorenheim Gesellschaftsspiele
gespielt werden.
Gerhard Dörschmidt informierte über bisher gestellte Ansuchen
an die Stadt. Diese betreffen beispielsweise den Himmelblauen See.
"Leider gibt es immer wieder Rüpel, die den See versauen", meinte
Dörschmidt. Doch auch die Sicherheit, vor allem für
ältere Menschen, lasse am See zu wünschen übrig. Es gebe
Gehbrücken ohne Schutz, mit zu kurzem Schutz oder mit einem
Geländer, das nur auf einer Seite angebracht sei. "Der erste
Schritt ist getan: Die zu kurzen Schutzgeländer sind
verlängert worden."
Auch in der Stadt selbst sehe man immer wieder Gehwege, die zu schmal
sind, oder an denen der Randstein zu hoch ist. Seniorenreferentin Karin
Linz meinte hierzu: "Generell sollten Gehsteige abgesenkt sein."
Dörschmidt fuhr in seiner Aufzählung der Monierungen fort mit
reparaturbedürftigen Straßen. Die diesbezüglichen
bisherigen Beanstandungen hätten jedoch bereits gefruchtet. Die
Stadtbuserweiterung sei jedoch noch ein Thema. "Die Stadt wächst,
und viele Bereiche haben noch keine Stadtbusanbindung", erklärte
Dörschmidt. Karin Linz hatte dazu weitere Informationen aus der
Stadtverwaltung. Die Einrichtung einer neuen Buslinie werde sich
voraussichtlich bis März 2009 hinauszögern.
Erich Böck stellte schon jetzt die größeren
Ausflüge vor, die der Seniorenbeirat in nächster Zeit plant.
Am 6. Oktober steht eine Fahrt zu BMW in Dingolfing auf dem Programm.
Im Rahmen einer Werksführung müssen etwa drei Kilometer Weg
zu Fuß zurückgelegt werden. Im Mai 2009 soll eine Busfahrt
zum Freilichtmuseum Glentleit'n organisiert werden.
Abschließend dankte Josef Wiesheu Seniorenreferentin Karin Linz
für ihre Arbeit und gratulierte i ' hr nachträglich zur
Wiederwahl. -kb

|
Moosburger Zeitung
08.08.2008 |
Schafkopf und Romee
Seniorenbeirat organisiert regelmäßig Karten- und Spielerunden |
|
 |
| An drei Tischen saßen die Senioren in gemütlicher Runde bei Brett- und Kartenspielen zusammen. (Foto: re) |
Moosburg.
Dem Seniorenbeirat sind die Senioren sowie die Heimbewohner sehr
wichtig. Er veranstaltet jede Woche entweder einen fröhlichen
Spielenachmittag oder eine gemütliche Karten- und Spielerunde. Der
Spielenachmittag findet Dienstags von 15 bis 17 Uhr im Seniorenzentrum
an der Stadtwaldstraße statt, die gemütliche Karten- und
Spielerunde dienstags von 16 bis 17.30 Uhr im AWO-Seniorenwohnpark.
Beide Veranstaltungen wechseln sich wöchentlich ab.
Am Dienstag war wieder der Spielenachmittag an der Reihe. An drei
Tischen saßen die Senioren in gemütlicher Runde beisammen.
Der Organisator für den Spielenachmittag, Wilhelm Berger, sagte,
man sei hier regelmäßig mit fünf Tischen vertreten. "An
drei Tischen wird Schafkopf gespielt und an den zwei anderen Rommee",
so Berger.
Er berichtete ferner, dass auch die gemütlichen Karten- und
Spielerunden im AWO-Seniorenwohnpark gut ankommen. Hier würde vor
allem Schach oder "Mensch ärgere dich nicht" gespielt.
Die Organisation der Karten- und Spielerunden im AWO-Seniorenwohnpark
liegt bei Christine Hübner in sehr guten Händen. "Wir freuen
uns aber immer über neue Spieler", so Berger.
Wer also Lust hat, kann entweder' einfach bei den Nachmittagen
vorbeischauen oder mit Christine Hübner ' Telefon 08761/2086, oder
Wilhelm Berger, Telefon 08761/1599, Kontakt aufnehmen:
Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.seniorenbeirat-moosburg.de. -re
|
Moosburger
Zeitung
13.6.2008 |
Gesundheit
ist keine Frage des Alters
Vortrag von Sozialpädagogin Agnes
Schranner über das "unsichtbare Organ Seele" |
|
Moosburg. Einen
engagierten Vortrag über "Seelische Gesundheit im Alter" hielt am
Donnerstagnachmittag Krankenschwester und Sozialpädagogin Agnes
Schranner von der Gerontopsychiatrischen Fachberatung für Senioren
und ihre Angehörigen der Caritas im Torbräu-Stüberl.
Josef Wiesheu hieß die Zuhörer im Namen des Seniorenbeirats
zum Fortbildungsnachmittag willkommen.
"Psychische Gesundheit" sei laut einer Definition der
Weltgesundheitsorganisation "ein Zustand des Wohlbefindens, in dem sich
die Menschen ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst sind, mit normalen
Stresssituationen umgehen, produktiv und erfolgreich arbeiten
können und fähig sind, einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft zu
leisten", so Schranner zu Beginn des Vortrags. Das Risiko, psychisch zu
erkranken sei für ältere Menschen deutlich höher, da
ihre Möglichkeiten, damit umzugehen teilweise geringer sein
können. Daher sei es um so wichtiger, sich gut auf das Alter
vorzubereiten.
Gesundes Älterwerden bedeute nicht nur das "Freisein von
Krankheit", sondern vielmehr das "Vorhandensein persönlicher
Ressourcen, Fähigkeiten und Möglichkeiten, durch welche man
zu einer aktiven Lebensgestaltung beitragen kann". Jeder könne
durch seine Lebensführung weitgehend präventiv tätig
werden und Krankheiten entgegenwirken, appellierte die Referentin an
die Zuhörer.
Älter werden sei ein Prozess, eine lebenslange Aufgabe, mit
ständigen Veränderungen. "Jeder Tag ist anders. Je
früher wir anfangen, uns auf das Alter vorzubereiten, um so
höher wird unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden
sein." In der Schweiz etwa werde das Thema Alter viel früher im
Leben der Menschen zum Thema gemacht. Bereits mit 50 bereite man sich
auf das Alter vor. "Das Thema seelische Gesundheit im Alter sollte auch
schon 30- bis 40-Jährige interessieren." Man könne jederzeit
damit anfangen, den eigenen Lebensstil zu verändern. "Seien Sie
körperlich, geistig und sozial aktiv", riet Schranner. "Suchen Sie
nach Aufgaben, die Sie interessieren und herausfordern und bei denen
Sie Bestätigung finden." Auch regelmäßige Bewegung ohne
Überforderung sowie eine ausgewogene Ernährung
unterstützen dabei, die körperliche Leistungsfähigkeit
zu erhalten. Jedoch warnte Schranner davor, sich zu überfordern.
Des Weiteren erklärte die Referentin, dass man das Alter nicht als
etwas "Schreckliches" ansehen solle, sondern als Chance. "Wir leben
jetzt, aber ich kann meine Zukunft nur positiv gestalten, wenn ich
zurückschaue. "Das Alter sei durchaus eine Lebensphase, in der man
sich weiterentwickeln könne. "Was wollten Sie schon immer mal
tun", fragte die Sozialpädagogin. Nach wie vor sei alles
möglich. Man könne beispielsweise ein Instrument erlernen,
oder anderen Hobbys nachgehen: "Reisen, Malen, vielleicht wagen Sie
sich auch an die neuen Medien heran." Auch den Umgang mit Letzterem
könne man lernen. Man müsse sich nur die Zeit dafür
nehmen. "Denken Sie bei Ihrer Vorbereitung auch an Ihr Wohnumfeld",
führte die Sprecherin weiter aus. Hilfe bieten hier
Wohnraumberater.
"Genießen Sie die schönen Dinge des Lebens", forderte
Schranner auf. Mit einer positiven Lebenseinstellung könne man
vieles meistem, man fühle sich gesünder und könne auch
aktiver sein. Unterstützung könne man hier durch vielseitige
Sozialkontakte erfahren. "Besonders Kontakt zu jüngeren Menschen
und die Auseinandersetzung mit ihnen
bietet die Möglichkeit zu gegenseitiger Anregung und Bereicherung."
Gesundheit sei keine Frage des Alters und auch Krankheiten müssen
nicht einfach hingenommen werden, sagte Schranner. "Nehmen Sie
regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahr, besonders bei
chronischen Erkrankungen." Auch riet Schranner, dass man sich seine
Pflegeleute gut aussuchen solle. " Schauen Sie, dass Ihre
Selbstständigkeit soweit wie möglich erhalten bleibt."
Kein anderer Gesundheitsbereich sei so durch Vorurteile und
Unsicherheiten geprägt, wie das "unsichtbare Organ Seele".
Psychische Probleme können bedingt durch Veränderungen im
Erleben und Verhalten des Menschen sein, die auf Störungen des
Körpers, der Psyche und der Umwelt zurückzuführen sind.
Mögliche Beispiele dafür seien Gefühle von
Überforderung und Belastung, von Einsamkeit, Vergesslichkeit,
Ängstlichkeit, Unruhe, Traurigkeit bis hin zu Depression und
Demenz.
"Was können wir tun, um den Erhalt unserer psychischen Gesundheit
zu fördern?" Diesen Themenbereich sprach Schranner
anschließend an. Psychische Gesundheit sei das Ergebnis einer
lebenslangen Sozialisation, aus den Erfahrungen, die man in der
Vergangenheit gemacht habe und den Einflüssen, denen man aktuell
ausgesetzt sei. "Mit zunehmendem Alter gewinnen soziale Geborgenheit
und Eingebundensein in einem sozialen Netz einen sehr hohen
Stellenwert", erklärte Schranner. Die Beziehungen zu anderen
Menschen werden zunehmend wichtiger. Emotionale Ausgeglichenheit
stabilisiere die Fähigkeiten, 'soziale Anforderungen erfolgreich
zu bewältigen.
Psychische Gesundheit werde gefördert, wenn jemand Aufgaben
habe. "Wichtig ist, dass es jemand gibt, der mich braucht, damit ich
das Gefühl habe: Ich kann noch was." Man könne so viele
Erfahrungen von früher weitergeben. "Die Erzählkultur nimmt
ohnehin bei uns immer mehr ab, dabei ist sie so wertvoll um Wissen zu
teilen und zu verteilen." Psychisch gesund sein heiße auch
Risiken zu vermeiden und der Zukunft positiv zu begegnen. -kb
|
Moosburger Zeitung
30.4.2008 |
Besuch im
SOS-Kinderdorf war ein Höhepunkt
50 Senioren besuchten Partnerstadt Moosburg
in Kärnten und besichtigten auch Klagenfurt |
|
Moosburg. Um die
Partnerschaft zu der wachsenden Gruppe der Senioren in der Partnerstadt
Moosburg in Kärnten zu vertiefen und neue Bande zu
knüpfen,
organisierte der Seniorenbeirat eine Busfahrt nach Kärnten.
Aus
dem regnerischen Bayern kommend wurde die gut gelaunte Reisegruppe im
sonnigen Kärnten vom dortigen Obmann des Seniorenbundes
Gottfried
Plieschnegger ausgesprochen herzlich empfangen.
Bürgermeister Herbert Gaggl, der zu diesem Zeitpunkt die
Teilnehmer der österreichischen Meisterschaft im Duathlon
begrüßte, kam am Abend zur Reisegruppe ins nahe
Hotel am
Maltschachersee. Nachdem er jeden der 50 Teilnehmer per Handschlag
willkommen geheißen hatte, nahm man es ihm voll ab, als er
sagte,
ihm seien persönliche Beziehungen und Freundschaften wichtiger
als
materieller Besitz: "Wie traurig wäre es, hätte man
ein
großes Vermögen und keiner kommt zu Besuch." Auch
freue er
sich über das Wiedersehen mit alten Bekannten wie
Seniorenreferentin Karin Linz, die aus dem jährlichen
Arnulf-Fest
nicht mehr wegzudenken sei.
Auch der Vorsitzende des heimischen Seniorenbeirats, Josef Wiesheu,
betonte die Freundschaft zu den Kärntnern, bedankte sich
für
die herzliche Aufnahme und erläuterte die langen bis auf die
Karolingerzeit zurückreichenden Verbindungen der beiden
Städte.
Heimatabend mit Tanz
Während des Heimatabends, bei dem auch das Tanzbein
geschwungen
wurde, wurden mit dem Kärntner Seniorenbund, vertreten durch
Obmann Gottfried Plieschnegger, dessen Stellvertreterin Edeltrude
Samitz und Schriftführer Heinz Brunner, Erfahrungen in der
Seniorenarbeit ausgetauscht. Josef Wiesheu erläuterte die
Aktivitäten zuhause anhand von Flugblättern mit den
Veranstaltungsankündigungen.
Die Kärntner halten nahezu monatlich ein Treffen mit einem
Thema,
beispielsweise über Sicherheit im Verkehr. Sehr beliebt ist
der
Maskenball. Auch die Tagesausflüge wie der Muttertagsausflug
mit
Teilnahme des Bürgermeisters und einem Glückshafen
werden
gerne angenommen. Bei dem jährlichen Viertageausflug
können
nicht alle Interessenten berücksichtigt werden.
Seit einiger Zeit gibt es dort wie in weiteren 26 Gemeinden mit keinem
oder zu geringem Taxidienst das sogenannte "Gomobil". Dies ist ein
Kleinbus, gesteuert von Rentnern, der anders als Taxis nur innerhalb
der Gemeindegrenze auf Anruf hin zu einem festen Preis verkehrt. Der
Dienst wird vorwiegend von Senioren angefordert. Der günstige
Fixpreis kann gehalten werden, weil die Gemeinde und das Land
Zuschüsse gewähren.
Ausflug nach Klagenfurt
Am nächsten Tag fuhr die Reisegruppe unter Leitung von Heinz
Brunner in seiner Eigenschaft als Gemeinderat mit Aufgabenschwerpunkt
Partnerschaften ins nahe Klagenfurt. Dort hatte er eine
Reiseführerin bestellt, die fachkundig mit Einlassungen
über
die Stadtgeschichte die Innenstadt zeigte: Die Senioren besichtigten
das Landhaus mit dem Wappensaal, in dem 665 Wappen zu sehen sind, die
Herrengasse mit Palais Helldorf, den Neuen Platz mit Lindwurmbrunnen
(allerdings als Baustelle im Vorfeld der
Fußball-Europameisterschaft), die
Dreifaltigkeitssäule, das
alte Rathaus und nicht zuletzt den Dom.
Wunderbare Aussicht,
Nach dem Mittagessen fuhr der Reisebus auf den Pyramidenkogel, von
dessen Aussichtsturm eine Rundsicht möglich ist auf den
Wörthersee mit Klagenfurt im Osten, Velden im Westen und Maria
Wörth in der Mitte des Sees. Die Sicht nach Süden auf
die
schneebedeckten Felsgipfel der Karawanken war durch aufkommende Wolken
etwas eingeschränkt, aber dennoch sehr beeindruckend. Dem
"Gipfelerlebnis" schloss sieh eine Besichtigung der Kirchen von Maria
Wörth, der kirchlichen und kulturellen Keimzelle des
Wörthersees, an ehe man weiterfuhr, um in Velden bei
kühler
Luft am See entlang zu wandeln.
Zurück im Hotel im Feriendorf am Maltschachersee wurde den
Ausflüglern bei einem guten Abendessen wieder warm und bei
einem
Gläschen Wein wurde noch ausgiebig geplaudert und sogar
gesungen.
SOS-Kinderdorf beeindruckt
Am Abschlusstag wurde geschlossen der Festgottesdienst für den
örtlichen Kameradschaftsbund in der barockisierten Pfarrkirche
besucht. Anschließend erfuhren die Senioren im
Karolingermuseum
Einzelheiten über die Geschichte und Entwicklung des
Moosburger
Beckens.
Ein wichtiger und beeindruckender Punkt der Reise war der Besuch im
SOS-Kinderdorf. Helga Ott informierte engagiert über die
Entwicklung, Aufgaben, Erfolge und Pläne des durch Hermann
Gmeiner
vor 49 Jahren gegründeten Kinderdorfes. Geschulte
Mütter
betreuen seitdem Waisenkinder bis zum Heranwachsen zur
Selbstständigkeit. Mittlerweile befinden sich dort auch Kinder
aus
zerrütteten Familienverhältnissen in guter Obhut. Je
nach
Fall gehen einige wieder zurück zu ihren Eltern, andere
bleiben
bis zur abgeschlossenen Ausbildung im Dorf.
Der Hilferuf einer schwangeren Frau mit fünf Kindern, die im
Kinderdorf in eine gerade frei gewordene Wohnung einziehen und nach
drei Jahren in ein geregeltes Familienleben entlassen werden konnte,
war Anlass zu einer weiteren Form der Betreuung - die der Gastfamilien.
Derzeit sind zwei Häuser mit Gastfamilien belegt und
für
heuer ist der Bau eines weiteren Hauses geplant. Hierzu konnte Josef
Wiesheu außer dem Dank für die freundliche
Führung
einen "Baustein" der Reisegruppe übergeben, der begeistert
angenommen wurde. Im Gegenzug übergab Helga Ott ein von den
Kindern gebasteltes Herz.
Gesättigt mit Informationen über die Seniorenarbeit,
die
Sehenswürdigkeiten um Moosburg und den Wörthersee,
die Arbeit
im SOS-Kinderdorf und der Erfahrung der herzlichen, zuvorkommenden
Aufnahme in der Partnerstadt, fuhr die Reisegruppe zu einem
Abschlussessen, an dem auch Partnerschaftsreferent Brunner teilnahm.
Vizebürgermeisterin Anna Dullnig verabschiedete die Reisenden,
denen die durch Seniorenbeirat Erich Böck bestens organisierte
Reise lange in guter Erinnerung bleiben dürfte.
 |
 |
 |
| Bürgermeister Herbert Gaggl (4..v.l)
begrüßte Seniorenbeiräte beider
Partnerstädte
(v.l.) Erich Böck, Gottfreid Plieschnegger, Josef Wiesheu,
Karin
Linz, Edeltrude Samitz und Heinz Brunner |
Einen tollen
Ausblick auf Maria Wörth am Wörthersee hatte man vom
Aussichtsturm am Pyramidenkogel |
|
Moosburger Zeitung
13.3.2008 |
Zeichnen
wie die Renaissance-Künstler
Malinteressierte treffen sich im
Heimatmuseum, um ihrem Hobby zu frönen |
|
Moosburg.
Zehn Menschen
sitzen im Kreis. Sigi Stäuble, früher Lehrer am
Förderzentrum Pulling und passionierter Maler,
erzählt, welch
schöne Gegenstände es gibt. "Wir sind zuhause
umzingelt von
wunderbaren Dingen", sagt er. "Das kann man alles malen. Ich zeichne,
ich dokumentiere meine vier Wände." Beispielsweise
könne man
einen Stuhl nehmen und aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche
Ansichten zeichnen.
Die zehn Damen und Herren, die sich auf Einladung des Seniorenbeirats
im Heimatmuseum versammelt haben, fangen mit dem Holzbock an, der in
ihrer Mitte steht. Sigi Stäuble betont, in der Gruppe ginge es
mit
dem Malen wesentlich besser. "Alleine ist man schnell frustriert und
hat keine Lust mehr. Die Gruppe diszipliniert." Jeder profitiere vom
anderen. "Der Erfolg, der am Ende auf dem Blatt zu sehen ist, ist
eigentlich ein Gemeinschaftserfolg", sagt Stäuble. Also malen
sie
gemeinsam.
Die Teilnehmer zücken ihren Block und ihren Bleistift und
legen
los. Plötzlich ist es ganz still. Konzentriert betrachten die
Künstler ihr Modell. Die ersten feinen Linien erscheinen auf
den
einzelnen Blättern. Schnell ist bei dem einen oder anderen ein
Holzbock erkennbar. Ein Maler fragt nach einem Radiergummi. "Am besten
nichts radieren, weil alles schon mal richtig ist sagt
Stäuble.
"Renaissance-Künstler haben auch nicht radiert. " Doch einige
haben einen eigenen Radiergummi dabei und löschen dann doch
einige
vermeintlich falsche Linien.
Die ersten sind bald fertig."Jetzt mache ich nichts mehr, sonst mache
ich mehr kaputt, als dass es noch schöner wird", sagt eine
Malerin. Die werden Kunstwerke zusammengelegt und verglichen.
Anschließend werden die Plätze getauscht, so dass
man den
Holzbock aus einer anderen Ansicht zu Papier bringen kann.
Rudi Koeych ist eigentlich ein Holzschnitzer. "Ich kann alles
schnitzen, was ich sehe", sagt er, "aber ich kann es nicht malen". Das
will er heute lernen. Antonie Hentze dagegen malt schon
länger.
Meistens mit Filzstiften hat sie oft kleine Bildchen gemalt,
erzählt sie. "Die habe ich dann hergeschenkt." Jetzt habe sie
aber
schon lange nichts mehr gemacht. Und weil sie "die Runde hier
interessiert hat" ist sie ins Heimatmuseum gekommen.
Sigi Stäuble ist begeistert, dass es so viele sind, die
Interesse
an der Malerei zeigen. Da es im Heimatmuseum "so viele interessante
Gegenstände" zu malen gibt, wollen sich die Künstler
eventuell künftig einmal im Monat treffen. Dann lassen
vielleicht
einige sogar den Radiergummi daheim. -sr
|
Moosburger Zeitung
5.3.2008 |
Blumen
für die Seniorenreferentin |
|
|
Moosburger Zeitung
12.2.2008 |
Großes
Interesse an Moosburger Geschichte
Etwa 70 Senioren besichtigten das
Heimatmuseum - Viele Informationen vom Leiter |
|

Moosburg. Dem Ruf der
"ausverkauften Veranstaltungen" wurde der Seniorenbeirat am Montag
wieder einmal gerecht: Zum Besuch ins Heimatmuseum hatte der
Seniorenbeirat eingeladen und dieses platzte aus allen Nähten.
Rund 70 Senioren bevölkerten das Museum und bewunderten dessen
Schätze. Angesichts des Ansturms blühte Museumsleiter
Bernhard Kerscher förmlich auf, Er hatte viele, Informationen
parat und sagte beispielsweise: "Der Moosburger Brand 1865 war
ausschlaggebend, dass im bayerischen Königreich zahlreiche
Freiwillige Feuerwehren gegründet wurden."
Bernhard Kerscher hielt einen interessanten Vortrag. Das Heimatmuseum
sei 1937 von Rektor Ludwig Weh gegründet worden. Er hob die
Bedeutung der Stadt Moosburg hervor und zitierte aus der Topographie
Bayerns von Philipp Apian von 1568: "Moosburg ist die älteste
Stadt aller von Bayern, oberhalb Landshut zwischen den Flüssen
Isar und Amper gelegen." Er verlas aus der "Historico-topographica
descriptio Bavariae" von Michael Wening (1645 bis 1718) aus 1715
über Moosburg, "dem gemainen Rueff nach soll sie die
älteste
auß allen seyn". Kerscher fügte hinzu: "In Moosburg
leben
seit rund 7800 Jahren Menschen und sind hier sesshaft. Moosburg ist wie
eine Insel im Isar- und Ampertal."
Kerscher begann seinen chronologischen Rückblick über
Moosburg. Er gab Informationen zur Alt-, Mittel-und Jungsteinzeit,
Bronzezeit und Urnenfelderzeit. Um 750 nach Christus (769 bis 771)
herum erfolgte die erste Erwähnung des Benediktinerklosters
Moosburg. Die Klostersiedlung "Mosabyrga" ist die Keimzelle der
späteren Stadt Moosburg. Um 800 wurden die Reliquien des
heiligen
Märtyrers Kastulus von den Mönchen Albin und
Rhenobot
nach Moosburg überführt. 1021 wurde das
Benediktiner-Kloster
in Moosburg aufgelöst und ein Chorherrenstift
gegründet.
Kerscher erinnerte dabei, dass das Enghausener Kreuz, das
älteste
monumentale lebensgroße Kruzifix überhaupt, aus
Moosburg
stammt.
1171 erfolgte der Neubau der Kastuluskirche, nachdem sie vorher
eingestürzt war. 1207 zerstörte ein Brand das Haus
der Grafen
von Moosburg und Teile des Münsters wurden stark
beschädigt.
Daraufhin wurde festgelegt, dass neben der Kirche nicht mehr gebaut
werden darf, und die Ruinen wurden einplaniert. Daher würde
der
Name "Auf dem Plan" stammen.
Nach der Schlacht von Gammelsdorf 1313 bekam Moosburg das Wappen der
Moosburger Grafen, die schon längst ausgestorben waren. Im
Jahr
1331 wurde der Markt Moosburg zur Stadt erhoben. Im Heimatmuseum stellt
den Kampf ein drei Meter langes Gemälde sehr lebendig dar.
Kerscher informierte auch über das Moosburger Graduale. Im
Heimatmuseum ist die nachempfundene erste Seite zu sehen. Das
Moosburger Graduale ist eine der repräsentativsten
Choralhandschriften des späten Mittelalters im
südbayerischen
Raum. Diese Kostbarkeit der Musikliteratur wurde von 1354 bis 1360 im
Kollegiatstift St. Kastulus in Moosburg geschrieben.
Auch über die Stadtbrände in Moosburg in den Jahren
1702 (80
Häuser abgebrannt) und 1865 (43 Häuser abgebrannt)
hatte der
Museumsleiter einiges zu erzählen. 1858 war ein weiterer
Meilenstein in der Geschichte Moosburgs. Die Eisenbahnlinie
München-Moosburg-Landshut wurde eröffnet.
1939 wurde im Zweiten Weltkrieg das Kriegsgefangenenlager Stalag VII A
in Moosburg erbaut. Rund 76000 Gefangene waren im Lager untergebracht,
die stärksten Gruppen bildeten rund 38000 Franzosen und 14000
Russen. Kerscher bewertete ausgehend von seinen Informationen das
Moosburger Lager als "ein relativ humanes". Von 1945 bis 1948 war das
Lager ein Internierungslager mit bis zu 11000 Nationalsozialisten.
Wernher von Braun (1912 bis 197 7), einer der bedeutendsten
Protagonisten der Raumfahrtgeschichte, war im Mai 1945 ebenfalls kurze
Zeit in Moosburg interniert. Er entwickelte während des
Krieges im
Auftrag der Nazis die berüchtigte V 2 -Rakete, die nicht nur
8000
Zivilisten bei Luftangriffen in London und Antwerpen das Leben kostete,
sondern auch 12 000 Zwangsarbeitern bei ihrer Herstellung im KZ
Dora-Mittelbau. Kerscher sagte, es werde gemunkelt, dass Wernher von
Braun in der Moosburger Blütenstraße gewohnt
hätte,
Aufzeichnungen hierzu gäbe es aber nicht.
Nach so vielen Informationen machten sich die Senioren auf
Entdekungstour im Museum. Sie bewunderten Ammoniten aus der Zeit der
Saurier, den Stoßzahn eines Mammuts, den Backenzahn eines
Wollnashorns aus der Eiszeit sowie zahlreiche Werkzeuge, Waffen und
kleine Geräte aus der Jungsteinzeit in den Vitrinen. Auch das
Modell des Kriegsgefangenenlagers Stalag VII A, die Vitrine
über
die 14 Moosburger Brauereien und die Vitrine mit dem
Elektrozähler
vom Moosburger Erfinder und Ingenieur Georg Hummel stießen
auf
Begeisterung.
Der ehemalige Lehrer und Hobbykünstler Siegfried
Stäuble gab
kund, dass er die Senioren am 10. März zum Malen von
Fundgegenständen ins Heimatmuseum einlädt. Ihm
schwebe die
Version eines "Mal- und Zeichenkurses für Senioren" vor. -re

|
Freisinger Tagblatt
9.1.2008 |
Stadt wird
um Beirat beneidet |
|
Mit neuen
Programm-Ideen ist
der Moosburger Seniorenbeirat ins neue Jahr gestartet. Erstmals bietet
die Vertretung sogar eine Kulturveranstaltung zum Mitmachen an: Am
Montag, 10. März, ist von 14 bis 1,5 Uhr im Heimatmuseum ein
Mal
und Zeichenkurs.
VON KLAUS KUHN
Moosburg -
Dem
Vorsitzenden Josef Wiesheu ist es gelungen, den Moosburger Lehrer und
Hobbymaler Siegfried Stäuble für diesen Kurs zu
gewinnen.
Bei dem Empfang am Montag teilte Josef Wiesheu seinen kurzen Bericht in
die Abschnitte "Dankbarkeit für die Vergangenheit,
Aufmerksamkeit
für die Gegenwart und Hoffnung für die Zukunft". Man
habe
laut Wiesheu allen Grund, dankbar zu sein. Er verwies auf die enorme
Reputation der Seniorenvertretung, um die die Stadt Moosburg beneidet
werde. So habe es interessierte Anfragen aus Zwiesel und
Donauwörth gegeben.
In der Gegenwart werde der Seniorenbeirat sein Augenmerk auf
Verkehrsfragen legen, etwa auf das Thema Querungshilfe.
Eine Äderung hat es bei den Tanzveranstaltungen gegeben: Diese
finden ab sofort im Sportheim des TSV Neustadt statt. Gesucht:
männliche Tanzpartner.
Bürgermeisterin Anita Meinelt bestätigte, dass der
Seniorenbeirat eine Institution geworden sei, die weit über
die
Grenzen der Stadt anerkannt ist. In der praktischen Arbeit des Gremiums
werde vieles abgefangen, was Anita Meinelt dann in der
Bürgersprechstunde nicht mehr behandeln müsse.
|
Moosburger Zeitung
8.1.2008 |
Sprachrohr
der älteren Mitbürger
Seniorenbeirat präsentiert im
Rathaus sein neues Quartalsprogramm |
|
Moosburg.
Zum neuen
Jahr hat der Seniorenbeirat am Montag im Rathaus das neue
Quartalsprogramm vorgestellt. Es ist Ausdruck für das Leitbild
des
Beirats, dass die Aufmerksamkeit der Mitglieder das ganze Jahr
über den Senioren gehört. So formulierte es
Vorsitzender
Josef Wiesheu im Beisein seiner Kollegin Christine Hübner und
seiner Kollegen Hermann Wolf, Wilhelm Berger, Erich Franz Böck
und
Gerhard Dörschmidt.
"Wir sind recht zufrieden", lautete Wiesheus Bilanz des Jahres 2007
beim Neujahrsempfang im Büro des Seniorenbeirats.
Bürgermeisterin Anita Meinelt und Seniorenreferentin Karin
Linz
waren nicht nur ihrer Funktion wegen gekommen. Beide seien voll
integriert in die Arbeit des Seniorenbeirats, sagte Wiesheu
anerkennend. Der Vorsitzende erinnerte daran, dass für Meinelt
die
Einrichtung eines Seniorenbeirats "immer eine Herzensangelegenheit"
gewesen sei.
Die Bürgermeisterin ihrerseits sprach von einer konstruktiven
Zusammenarbeit zwischen Stadt und Beirat. "Sie sind das Sprachrohr
für die Senioren." Das Gremium und dessen Arbeit erregt
inzwischen
über Moosburg hinaus Aufmerksamkeit. "Andere Kommunen und
Städte beneiden uns um diese Einrichtung", berichtete Wiesheu.
Für die Bürgermeisterin ein Beleg dafür,
dass die
Entscheidung richtig war, einen Se-
niorenbeirat ins Leben zu rufen.
Im aktuellen Quartalsprogramm finden sich beliebte und
bewährte
Veranstaltungen. Der Seniorentanz wird ebenso weiter geführt
wie
die Spielenachmittage und Kartenrunden in den Seniorenheimen. Auch der
Programmpunkt "Senioren und Internet" ist wieder fester Bestandteil
des Programms. Außerdem stehen zwei Besuche im
Heimatmuseum
an. Beim ersten Besuch wird Bernhard Kerscher die Interessierten durch
das Museum führen. Der zweite Besuch ist für Menschen
mit
künstlerischer Neigung gedacht: In Begleitung von Siegfried
Stäuble darf gezeichnet und gemalt werden.
"Mit diesem Programm wird es sicherlich ein gutes Jahr werden",
würdigte Meinelt das Angebot. Auch Wiesheu blickte
hoffnungsvoll
ins neue Jahr und über die regulären Veranstaltungen
hinaus:
"Wir werden auch am Ball bleiben, was Straßenverkehr und
Querungshilfen betrifft."
|