Bitte einsteigen! Das steckt hinter den Mitfahrerbänken in Moosburg und Wang… (Beispielbeitrag)

Spontan ins Gewerbegebiet vor der Stadt oder von einem Dorf ins andere: ohne Auto nicht so leicht. Mit Mitfahrerbänken wollen Moosburg und Wang vor allem ältere Bürger mobiler machen. Ob das klappt, soll jetzt eine Testphase zeigen.

Moosburg/Wang – Als Thomas Huschenbeck den Bericht im Fernsehen sah, war er sofort begeistert: Da wurden in einem Dorf in Niedersachsen Sitzbänke errichtet, auf denen Senioren ohne Auto auf Mitfahrer warten. Über ihrem Kopf hängt ein Klappschild – mit dem gewünschten Reiseziel. Autofahrer, die eh auf dem Weg dorthin sind, halten an und nehmen den Wartenden mit. Genial, dachte sich Huschenbeck, der die Gemeinde Wang als Seniorenbeauftragter berät. Diese Idee wollte der 63-jährige Rentner auch in seiner Heimat umsetzen.

Gesagt, getan: Am Donnerstag wurde das Band der ersten Moosburger Mitfahrerbank gegenüber des Viehmarktplatzes durchschnitten. Auch bei Aldi in Degernpoint, beim Tüv am Bahnhof und an der Wanger Schloßbreiten beim Kindergarten wurden die roten Sitzmöbel aufgestellt – jeweils mit zugehörigem Schild.

Der Betrieb ist ein Selbstläufer

Als die Bürgermeister von Moosburg und Wang, Anita Meinelt und Hans Eichinger, feierlich das Band am Viehmarktplatz durchschnitten, stand Huschenbeck mit zufriedenem Grinsen daneben. „Es gab bei uns in Wang ja schon viele Ideen, wie man die Leute auf dem Land mobiler machen könnte, etwa mit Anrufsammeltaxen“, erinnert er sich. Durchgesetzt habe sich das alles nicht. „Mit den Mitfahrerbänken könnte sich das ändern. Die sind ja im Betrieb ein Selbstläufer.“

Neben dem 63-Jährigen steht am Donnerstagvormittag noch ein gutes Dutzend anderer Bürger: Mitglieder der Seniorenbeiräte Moosburg und Wang. Dort war man von Anfang an ebenso Feuer und Flamme für die Idee. Als dann noch die Kommunen Unterstützung bei der Finanzierung der Bänke signalisierten und gemeindliche Grundstücke als Standorte zur Verfügung stellten, war die Sache geritzt. In Degernpoint stiftete Aldi eine Bank samt Stellplatz.

Weitere Ziele sollen folgen

Das kommende halbe Jahr soll nun als Testphase zeigen, ob die Bänke angenommen werden – und was es noch zu verbessern gilt. „Wir sind offen für die Wünsche der Nutzer“, sagt Huschenbeck, während er auf dem Halteschild einen orangefarbenen Tramper-Daumen hin- und herschiebt. Momentan kann man mit dem Daumen am Viehmarktplatz nur „Degernpoint“ auswählen. Weitere Ziele sollen aber folgen. „Wir sind auch in Gesprächen mit Mauerns Bürgermeister Georg Krojer“, berichtet Huschenbeck, der neben Mauern gerne noch Ortschaften wie Gammelsdorf und Hörgertshausen an das Bankerlnetz anschließen würde.

Anita Meinelt zeigte sich bei der Einweihung ebenso begeistert von dem „tollen Projekt“, wie sie sagte. „Je mehr das Angebot nutzen, umso mehr setzt es sich in den Köpfen aller fest – und wird zum Erfolg.“

So simpel funktionieren die Mitfahrerbänke

Für den Mitfahrer:

  • Richtungsdaumen auf das gewünschte Fahrziel schieben
  • Warten, bis jemand anhält
  • Wenn der Fahrer/die Fahrerin vertrauenserweckend erscheint: Ziel mündlich klären, einsteigen und am vereinbarten Zielort wieder aussteigen

Für den Autofahrer:

  • Jemand sitzt auf der Mitfahrerbank und möchte mitgenommen werden
  • Man fährt ohnehin in diese Richtung
  • Wenn der/die Wartende vertrauenserweckend erscheint: anhalten, Ziel mündlich klären, einsteigen lassen und am vereinbarten Zielort absetzen

Ab welchem Alter kann man mitfahren und wer haftet?

Mitfahrer sind wie jeder Anhalter automatisch über die Haftpflicht des Kfz-Halters versichert. Die Mitfahrerbank sollten aus Haftungsgründen nur Mitfahrer über 16 Jahren nutzen. Weitere Infos unter Tel. (08761) 70578 sowie per E-Mail via [email protected] oder [email protected].