Moosburg – „Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn gründen“, …(Beispielbeitrag)

findet Josef Wiesheu, Gründungsvorsitzender des Moosburger Seniorenbeirats. Der feierte nun sein Zehnjähriges. Zeit für ein Resümee.

Wenn Anita Meinelt im nächsten Jahr nicht schon als Bewerberin für das Bürgermeisteramt in den Ring steigen würde, könnte sie für den Seniorenbeirat kandidieren. Denn da wird die Rathauschefin 60 und seit 2012 ist man in Moosburg bereits mit 60 ein Senior. Vor zehn Jahren war das anders: Da galt man erst ab 65 als wahlberechtigt für den Seniorenbeirat. Was sich sonst noch in den zehn Jahren, seitdem es nun den Seniorenbeirat in der Dreirosenstadt gibt, getan hat, das wurde am Samstag bei einer kleinen Feierstunde im Feyerabendhaus deutlich.

Eine Woche, bevor der neue Seniorenbeirat am 24. August im Zehentstadel gewählt wird und 4452 Wahlberechtigte aufgerufen sind, ihre sechs Interessenvertreter zu küren, traf man sich, um diese „äußerst begrüßenswerte“ Einrichtung, so der derzeitige Vorsitzende Erich Böck, zu feiern. Und nicht nur die Erfolge der Vergangenheit konnte man würdigen, Meinelt hatte sogar frohe Botschaft für die Zukunft mitgebracht: Der derzeit mit hinderlichen Pflastersteinen ausgestattete Weg zu Kirchgäßchen und Zehentstadel darf mit großflächigen, bequem begehbaren Pflasterplatten belegt werden, ohne dass die Stadt Rückzahlungen aus der Städtebauförderung befürchten muss. Das habe ihr die Regierung von Oberbayern nach ihrem Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer zugesagt. „Wir haben eine gute Perspektive“, so Meinelt zu dieser Maßnahme, für die die Stadt die Kosten tragen müsse und werde.

„Stolz“ war Seniorenreferentin Karin Linz – stolz darauf, dass ihre Idee, einen Seniorenbeirat zu gründen, als sie 2002 in den Stadtrat gewählt wurde, Realität geworden sei. Auch wenn das damals einige ihrer Stadtratskollegen für eine „Schnapsidee“ gehalten hätten.

Die ersten sieben Jahre Seniorenbeirat ließ der Gründungsvorsitzende Josef Wiesheu Revue passieren: „Um dem Leben auf der Spur zu bleiben“, habe man vor zehn Jahren also Neuland betreten. Doch die Begeisterung und die „blühende Fantasie“ der ersten Beiräte habe bald zu Erfolgen geführt: Einen Monat nach der Wahl am 5. August 2003 habe man die erste Sprechstunde abgehalten, kurz darauf einen Flyer über den Seniorenbeirat herausgegeben, sich sogleich um neue Bänke und den Stadtbus gekümmert. Und man habe den „Ratgeber für das Leben im Alter“ geplant und auch verwirklicht, den es nun bereits in der zweiten Auflage gibt. Und so ging es all die Jahre unermüdlich weiter mit Vorträgen, mit Ausflügen, mit Sprechstunden und Sitzungen, mit Anträgen, Ortsbesichtigungen und Gesprächen. Denn: „Der Seniorenbeirat ist keine Privatsache“, sagte Wiesheu. „Wenn es ihn nicht schon gäbe, müsste man ihn heute gründen“. Und: „Wohl dieser Stadt, die einen Seniorenbeirat hat!“

Wenn jetzt noch zehn Prozent der Wahlberechtigten am 24. August ihre Stimme abgeben, wäre das nach Ansicht von Linz ein „Riesenerfolg“. Bei der ersten Wahl hatten laut Josef Wiesheu gerade mal 20 Moosburger der Generation 65plus ihr Stimmrecht wahrgenommen. (zz)